Es gibt diese Momente, die oft ganz unspektakulär beginnen.

Du stehst in der Küche, räumst noch schnell etwas weg, während im Hintergrund schon das Nächste auf dich wartet. Die To-do-Liste für heute ist schon halb abgearbeitet. Eigentlich läuft alles. Der Alltag funktioniert, die Aufgaben sind klar, du weißt, was zu tun ist.

Während du schon über die nächste Aufgabe nachdenkst und überlegst, ob das Wohnzimmer auch mal wieder renoviert werden müsste, hörst du eine Nachricht auf deinem Handy aufploppen. Auf dem Weg dorthin stellst du fest, dass irgendjemand den Sportbeutel mit den feuchten Trainingssachen noch immer nicht ausgeräumt hat und er vor sich hin müffelt. Du schaust auf den Küchentisch, an dem dein Kind mal wieder den Teller samt Essensresten hat stehen lassen. Gleichzeitig kommt dein Partner rein und teilt dir zwischen Tür und Angel mit, dass er es heute leider doch nicht geschafft hat, sich um die Anrufe für die Terminvereinbarungen zu kümmern. Zu viel Arbeit gewesen.

Und genau in so einem „alles-auf-einmal“-Moment antwortest du dann nicht mehr so freundlich, wie du es eigentlich vorhattest. Oder genauer gesagt: Genau dann rastest du plötzlich aus.

Dein Umfeld versteht gar nicht, was los ist. Nur wegen ein paar Anrufen? Das ist doch sonst gar nicht deine Art.

Und trotzdem ist da plötzlich dieser Gedanke:

Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich will.

Aber eines weißt du sehr wohl:

So geht es auf Dauer nicht weiter.

Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber ziemlich klar.

Kennst du das?

Dein Alltag hat eine klare Struktur. Du wirst gebraucht. Du hast einen Beruf und/oder Kinder und Familie. Eine Wohnung oder ein Haus wollen in Ordnung gehalten werden. Es gibt immer etwas zu organisieren, zu erledigen, zu planen.

In der Regel bist du ständig beschäftigt.

Zeit zum Ausspannen oder Nachdenken bleibt oft kaum noch. Denn mit den Jahren kommt nicht weniger dazu, sondern meistens mehr. Noch eine Aufgabe. Noch eine Verantwortung. Noch etwas, woran du denken musst.

Irgendwann fühlt sich das nicht mehr nach Alltag an, sondern eher nach Hamsterrad. Dein Nervensystem steht unter Dauerfeuer.

Abends bist du oft zu erschöpft, um überhaupt noch richtig wahrzunehmen, wie es dir eigentlich geht. Geschweige denn, was du brauchst.

Du funktionierst.

Aber ist das wirklich das Leben, das du dir einmal vorgestellt hast?

Die Fragen, die plötzlich auftauchen

Vielleicht kommen dann auf einmal Gedanken wie:

Wann habe ich eigentlich zuletzt etwas gemacht, das einfach nur für mich war?

Ohne Zweck. Ohne Notwendigkeit. Ohne dass am Ende ein konkretes Ergebnis dabei herauskommen muss.

Was macht mir überhaupt noch Freude?

Und wenn ich ehrlich bin:

Was will ich eigentlich wirklich?

Sobald du anfängst, dich mit diesen Fragen zu beschäftigen, kommen oft noch mehr davon.

Wird das nicht unbequem, wenn ich zu viel infrage stelle?

Was passiert, wenn ich merke, dass es so wie bisher für mich gar nicht mehr stimmig ist?

Genau deshalb brauchst du einen Raum dafür

Genau an diesem Punkt ist es so wichtig, einen Raum zu haben, in dem all diese Fragen erst einmal da sein dürfen.

Wertfrei. Ohne Rechtfertigung. Ohne dass sie sofort gelöst werden müssen.

Einen Raum und idealerweise auch eine Person, mit der du gedanklich alles einmal sortieren darfst. Einen Ort, an dem du Dinge infrage stellen kannst, ohne dass sie dir direkt ausgeredet oder kleingeredet werden.

Denn deine Bedürfnisse verschwinden nicht einfach, nur weil du sie ignorierst.

Sie melden sich immer wieder.

So lange, bis du irgendwann beginnst, sie wirklich wahrzunehmen.

Du musst nicht sofort alles umkrempeln

Und nein: Niemand sollte über Nacht in einer Hauruck-Aktion das komplette Leben auf links drehen.

Darum geht es auch gar nicht.

Es geht nicht darum, morgen alles anders zu machen.

Sondern darum, heute damit anzufangen, dich selbst wieder ernst zu nehmen.

Nicht nur wegzusehen. Nicht alles kleinzureden. Nicht sofort wieder zu funktionieren, wenn sich innerlich etwas meldet.

Sondern hinzuschauen.

Und dann Schritt für Schritt zu sehen, was du daraus machst.

Vielleicht beginnt es genau hier

Vielleicht beginnt Veränderung nicht mit einer riesigen Entscheidung.

Sondern mit etwas viel Leiserem:

Mit dem ehrlichen Eingeständnis, dass du gerade nicht mehr genau weißt, was du wirklich willst.

Und mit der Entscheidung, dieser Frage nicht länger auszuweichen.

Fang am besten genau dort an:

Immer öfter zu spüren, was du eigentlich wirklich willst.

Und dich damit selbst wieder wichtiger zu nehmen als bisher.

Wenn du dich in diesen Gedanken wiederfindest, hier erfährst du mehr über meine Arbeit.

Leise Heldin
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